Wenn ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad am Höddelbach in Schleiden entlang gehe oder fahre, dann komme ich an eine Furt, wenn auch nicht an die auf dem Foto. Diese steinerne Furt befindet sich in der Nähe von Frohngau.
Furten faszinieren mich: die realen an Bächen, aber auch die sogenannten „Rites-de-passage“, die Riten des Übergangs anderer Religionen und Kulturen, die z.B. Bar oder Bat Mizwa im Judentum oder den Übergang in einen bestimmten Stand, wie z.B. Hochzeiten anderer Ethnien.
Zu einem Übergang gehört, Vertrautes, Bekanntes aufzugeben, Mut zu haben den Schritt in’s Unbekannte und Ungewisse zu gehen, Angst zu haben und zugleich Vorfreude, Abschied und Trauer.
Rituale und eine „Zeremonienmeisterin“ oder ein „-meister“ gehören – auch in unserer eher ritualarmen Gesellschaft – bei für als bedeutend angesehenen Übergängen dazu: wie z.B. Hochzeit, Geburt eines Kindes, Sterben. Andere Übergänge gehören besonders zum Leben einer Frau dazu: erste Menstruation, Regelblutung, Schwangerschaft und Geburt, Wechseljahre und wieder alle betreffend: Erkrankungen (an Geschlechtsorganen), Beginn und Ende von Beziehungen und Freundschaften, nachlassende Kräfte und Fähigkeiten, Sterben und Tod.
Ein Gebet, das Theresa von Avila zugeschrieben wird, spricht mich in meiner Übergangs-Lebenssituation „älter werdende Frau“ gerade an. Und jüngere Frauen erinnert es vielleicht an ältere Frauen in ihrem Umfeld wie Mütter, Nachbarinnen und Kolleginnen 😉
O Gott, du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich - aber nicht grüblerisch -, hilfreich - aber nicht diktatorisch - zu sein.
Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugeben - aber Du verstehst, o Gott, dass ich mir ein paar FreundInnen erhalten möchte.
Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte keine Heilige sein - mit ihnen lebt es sich so schwer - aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.
Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken und verleihe mir, o Gott, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Denjenigen, bei denen Übergänge in diesem Sommer anstehen, wünsche ich den nötigen Mut und eine einfühlsame Begleitung!
Uns allen wünsche ich einen schönen Sommer, der es uns leicht um’s Herz macht und uns ein sonniges Gemüt schenkt!